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Theaterkritik: „Familiengeschäfte“ von Alan Ayckbourns

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Ich war mal wieder zu Gast im Hans Otto Theater. Premiere war angesagt. Die Komödie „Familiengeschäfte“ von Alan Ayckbourns erfüllte mich mit einer gewissen Vorfreude, hatte ich sie doch schon einmal Anfang des Jahres in Bochum gesehen. Aber…….

Warum geht es da?

Jack Mc Cracken kommt aus der Tiefkühlbranche und übernimmt die Spitze der familieneigenen Möbelfirma. Er schwört die Sippschaft auf Unternehmensethik,Vertrauen und ehrliche Arbeit ein.

Guter Ansatz – nur leider halten seine Verwandten so gar nichts vor dieser Art der Unternehmensführung. Sie haben längst mafiöse Strukturen aufgebaut und möchten es sich auch weiterhin bequem einrichten.

Die Bühne ist also bereit für eine schwungvolle Komödie. Das Bühnenbild auf 2 Etagen erinnert an ein Puppenhaus mit 4 erkennbaren und 2 verborgenen Wohneinheiten und ist, für Hans Otto Theater Verhältnisse, mehr als üppig.

Turbulenter Beginn

Es beginnt turbulent mit einer Überraschungsparty, das ganze Ensemble ist auf der Bühne, bzw. die ganze Familie ist im Haus des neuen Firmenchefs versammelt, um selbigen in seiner neuen Position zu huldigen. Dieser kommt ahnungslos nach Hause, hat eher Beischlaf im Sinn, weiss nichts von seinen noch im Verborgenen befindlichen Gästen und blamiert sich deshalb mit seiner genial gespielten Brunft-Polka auf alle Zeiten.

Lacher im Publikum. So soll es sein. Und so bleibt es nicht. Viel Oberflächlichkeit, laute und laue Gags. Die Schauspieler sind top wie immer, bekommen aber wenig Gelegenheit ihren Charakteren Tiefe zu verleihen. Stattdessen gibt es nackte Italiener, Schüsse aus dem Gewehr, Blut, Sex and Crime. Hollywood in Potsdam?  Nein, eher RTL 2.

Premiere nicht ausverkauft

Das überraschenderweise nicht ausverkaufende Hans Otto Theater kann sich im zweiten Teil noch über ein Solo von Melanie Staub alias Harriet freuen, die als essgestörte, ungeliebte Ehefrau sich dem neuen Firmenchef Jack Mc Cracken anbietet, und zwar mit Händen und Füssen. Grossartig!  Alles andere bleibt laut und ersetzbar.

Wer sich zu den Weihnachtsfeiertagen in Potsdam aufhält und sich gern selbst überzeugen möchte, hat in diesem Jahr noch am 23. und 25.12., jeweils um 19.30 Uhr dazu Gelegenheit. Die Spielzeiten im neuen Jahr entnehmt bitte der Homepage des Hans Otto Theater.

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Autor: Jessy

Viellaufende Flachschuhliebhaberin mit Hang zu Tiegeln & Töpfen.

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