Life-Style-Check

Urbanes Leben für Fortgeschrittene

19/04/2017
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Hör doch mal zu

Multitasking Entspannung 2.0 / Das I-Tüpfelchen des urbanen Lebens

Ich selbst neige ja eher dazu mir einen Platz als Dauerredner im Guinnessbuch der Rekorde zu sichern. Das hat den Vorteil stets überall dabei zu sein, Meinungen zu bilden und im gefühlten Mittelpunkt zu stehen. Eins ist das aber nicht: entspannend. Und mit zunehmender Weisheit und Lebenserfahrung finde ich es immer cooler auch mal zuzuhören, ohne dabei seine Meinung preiszugeben oder gar verteidigen zu müssen.

Ich habe ein Smartphone und ein Tablet mit einem Apfel-Logo (keine Werbung bitte, grins) und eine riesige Auswahl an Musik. Was ich nicht habe sind gesprochene Beiträge mit den Aszendenten Kultur und Unterhaltung. Also etwas zum Zuhören für zuhause und unterwegs. Spannung ohne Konsequenzen, entspannen statt anspannen. Dinge die nicht immer einen Sinn oder einen Refrain haben müssen. Ich erinnere mich an früher, da gab es solch ein Ding, meine Eltern nannten es „Buch“. Die zeitgemässe Assoziationskette impliziert nun Folgendes:

  • Google Suche: „Buch“
  • Ergebnis: „Verlage und Messen“
  • Klick auf Verlage: „Online und Print“
  • Klick auf Online: „Bestellen und lesen“
  • Klick auf lesen: Riesenauswahl. Gut.

Wie immer im Leben siegt die sogenannte „gestützte Bekanntheit“, also die Bekanntheit einer Marke, wenn man sie mit Produkten in Verbindung bringt. In der für mich eher neuen Welt des virtuellen Buches vertraue ich deshalb zunächst einmal diesem Link, um ein eigenes Ausschlussverfahren im Dschungel der Angebote durchzuführen: audible. Gehört zu Amazon, und daher: Vertrauensvorsprung. So einfach mache ich mir das.

Dort angekommen ist dieser Link natürlich nur der „Türöffner“. Bestseller sind sicher nett, aber mir steht nach deutschen Autoren und Stücken der Sinn. Darf auch gern Comedy sein. Insgesamt kann ich aus 200.000 Hörbüchern und Hörspielen auswählen. Aha, check, da sind sie. „Stromberg“, „Kebekus“, „Er ist wieder da“ usw. Ich werde mich durch ein Angebot wühlen wollen, dass mich auf unbefristete Zeit “hörbuchmässig“ bedienen kann.

Lol, von „Fifty Shades of Grey“ gibt es schon drei Teile, Nichts für mich. Dann schon eher Hörspiele der Marke „Macbeth“ oder für die ganz Harten sieben Mal, na ihr wisst schon wer…….. Harry Potter. Was ich schon immer mal überlegt habe sind Sach- und Lernbücher to go. Man geht als „Depp“ zum Joggen und kommt via Hörbuch als „Bildungsbürger“ wieder. Die Idee findet ich ziemlich charmant.

Überhaupt liegt ein großer Reiz bei dieser Form der „Belesung“ in der Mobilität und der Tatsache, das man nebenbei noch ganz profane Dinge erledigen kann. Rasen mähen, Abwaschen, Autowaschen, den Hund brüsten usw. Das alles stelle ich mir mit einem Buch in der Hand ziemlich umständlich vor. Multitasking ist deshalb, zumindest in diesem Kontext, auch Männern gegeben. Frauen können vermutlich dann mindestens drei Dinge gleichzeitig erledigen. Würde ich auch begrüssen.

Aber zurück zu meiner noch sehr begrenzten Welt des Hörbuchs.

Die Wirtschaftlichkeit spielt bei Hobbies oder hobbynahen Aktivitäten nicht immer die entscheidende Rolle, aber Knebelverträge oder Preise jenseits der Printausgabe würden mich ganz sicher abschrecken bzw. vom Hörbuch abhalten. Ich denke mit Grausen an den einstigen Platzhirsch „Bertelsmann Buch Club“. Als Mitglied musste man dort aus einem begrenzten Angebot an Büchern und Langspielplatten vierteljährlich ein minimal reduziertes Produkt kaufen oder man bekam automatisch den Hauptvorschlagsband von Bertelsmann zugeschickt. Was für ein Irrsinn, Bücher die verhökert werden sollen und Langspielplatten die kein Mensch hören will……aber 10% günstiger. Dafür aber ein Jahr oder länger Kündigungsfrist. Ja, ja die gute alte Zeit. So etwas werde ich natürlich nie und nimmer akzeptieren.

Über den o.g. Link komme ich zu einer aktuellen Möglichkeit Hörbücher zu erwerben. Das erste Buch gibt es geschenkt, danach bin ich aber auch Mitglied für mindestens 9,95 pro Monat. Das ist insofern ganz fair, weil es wirklich jederzeit kündbar ist. Und irgendwie kenne ich dieses Prinzip doch auch schon: World of Warcraft kostet 11,99 € pro Monat, Netflix 9,99 € pro Monat, Readly 9,99 € pro Monat…..usw. usw…alle sofort kündbar. Man wünscht sich diese Erkenntnis und Fairness auch bei den Mobilfunkanbietern.

Ich bin daher nicht abgeschreckt, aber meine Begeisterung hält sich auch in Grenzen. Andererseits, ich kann ja auch ein Hör-Buch kaufen und dann kündigen. Also wirklich bedrohlich ist dieses Szenario nicht. Im Gegenteil, je länger ich hier sitze und schreibe desto besser finde ich die Idee, das Hörbuch als I-Tüpfelchen des urbanen Lebens in meine Komfortzone einzuladen. Ich habe mir ja gerade selber erklärt warum das gut sein kann, vielleicht findet Ihr das ja auch.

16/03/2017
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„JOOP! WOW!“ hat mindestens zwei Leben

Der angenehm gradlinige Flakon ummantelt ein Dufterlebnis voller Überraschungen

Wie schön, da gibt es einen neuen Duft von JOOP!, der in der Präsentation ein typischer Joop! ist: Wenig „chi chi“ von außen, einsilbiger Produktname, gradlinig verpackt, innen bunt und ausdrucksstark. Mir persönlich ist JOOP manchmal etwas zu süsslich und direkt, „JOOP HOMME“ etwa hat seinerzeit meine Freundin getragen, obwohl sie es mir geschenkt hatte. „WOW!“ ist da erfreulich anders.

JOOP! WOW!

JOOP! WOW!

Der erste Eindruck dieses neuen Eau de Toilette von JOOP! ist auf keinen Fall der letzte, soviel schon einmal vorab. „Exotisch“ ist eine passende Umschreibung für die typische Note aller Düfte des Designers, diesmal jedoch gesellen sich einige morbidere Untertöne dazu, die den Duft für mich in der Kopfnote attraktiv macht. Bergamotte, Kardamom und Veilchen sind die Basis-Stoffe, die für meine Wahrnehmung primär verantwortlich sind.

Ist diese erste Begeisterung im wahrsten Sinne des Wortes verflogen, offenbart WOW! sehr zurückhaltend seine Herznote. Meine Frau meinte wenig humorvoll, das ginge in die Richtung „puderig-seifig“ (ganz sicher eine neue Kombination beschreibender Adjektive in diesem Kontext). Ich selbst habe Schwierigkeiten eine wirklich passende Definition zu finden und präge deshalb an dieser Stelle einen weiteren revolutionären Begriff zur subjektiven Wahrnehmung einer Herznote: „Mainstream“.

Ich erinnere mich im zweiten Teil des WOW!-Duft-Events immer an bekannte Gerüche, die kurz Hallo sagen, dann aber wieder weg sind. Chamäleon- mässig. Irgendwie. Das ist recht überraschend, aber nur schwer wahrnehmbar, denn wie gesagt: WOW! glänzt nach der ersten Duft-Explosion sehr mit Zurückhaltung. Verantwortlich für diese Verwirrung sind übrigens die Basisstoffe Rosengeranie, Tannenbalsam und Vetiver.

JOOP! WOW!

JOOP! WOW!

Apropos Verwirrung: Das Kampagnen-Gesicht von WOW! ist ein gewisser Swann de Falco. Geht das nur mir so, oder möchte er eine gewisse Ähnlichkeit zu dem jungen Wolfgang Joop haben? Oder möchte der Designer, dass der wohlwollende Betrachter glaubt, dieser Hübschmensch habe eine optische Ähnlichkeit mit ihm. Man weiss es nicht, und genauso geht es mir mit dem neuen Duft aus dem Hause JOOP!: Man weiss es nicht.

WOW! ist stimmig am Anfang, leicht diffus in der Herznote aber vor allem immer anders. Den Kampagnenspruch „The scent that makes a man“ kann ich so nicht unterschreiben. Aber nichts ist bekanntermassen so gerecht verteilt wie der Geschmack, denn jeder glaubt er habe den Richtigen. Und weil ich das auch glaube würde ich mir „WOW!“ nicht kaufen, gern aber schenken lassen. Er ist ein „nice to have“, keinesfalls ein „must have“.

Das gute Ende kommt jetzt: Die Basisnote ist sehr angenehm, denn Cashmeran, Tonkabohne und Vanille dominieren das definitiv Letzte, was MANN von dem neuen JOOP! Duft wahrnehmen kann. Allerdings bedarf dieses finale Dufterlebnis  schon eines hartnäckigen Selbstfindungs-Schnüffeltests….nur so offenbart sich der angenehme „Abgang“ dem Träger von WOW!.

JOOP! WOW! ist ganz neu erschienen und erhältlich bei Flaconi.

 

31/01/2017
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Gas und Galle – Wenn die Dorfromantik ins Drama umschlägt 

Gas und Galle: Muckeringen, ein kleines Dorf in der Nähe von Köln. Das idyllische Landleben wird jäh von einer Hiobsbotschaft überschattet. Eine Biogasanlage soll gebaut werden. An und für sich eine gute Sache ….. aber doch bitte nicht in Muckeringen!

A.C. Sharp - Gas und Galle

A.C. Sharp – Gas und Galle

Es kommt, wie es kommen muss: Widerstand formiert sich in Form einer Bürgerinitiative. Und genau hier liegt das Problem.

Grundsätzlich ist Engagement für die eigenen Überzeugungen eine gute Sache. Und eine Bürgerinitiative kann durchaus Zusammenhalt schaffen. Wenn da nicht das Ego wäre. Und Geheimnisse. Manch ein Dorfbewohner verfolgt gänzlich andere Ziele als die Biogasanlage zu verhindern, manche kämpfen eigentlich gegen sich selbst und wieder andere stehen staunend am Rande.

Die Geschichte wäre allein mit diesen Zutaten schon amüsant genug. Aber das i-Tüpfelchen ist eine Prise Sex&Crime. Plötzlich gibt es eine Leiche und einen Ehebruch! Und alles ist so anders, als es scheint.

A.C. Scharp hat auf 297 Seiten eine Gesellschaft verewigt, die es so in Deutschland sicherlich noch in dem ein oder anderen Dorf gibt. Ein ganz eigener Kosmos mit eigenen Regeln. Jeder von uns wird zumindest einen Teil dieser Geschichte selbst schon erlebt haben. Die Nähe zu den Nachbarn, die leider auch offene Augen und Ohren bedeutet. Das Gefühl in einer Gemeinschaft verankert zu sein, aber irgendwie nicht so richtig angekommen zu sein. Die Sicht auf die Belange des Dorfes und das Verschieben von Prioritäten. All das passiert so tausendfach jeden Tag irgendwo im Land.

Diese Banalitäten machen das Buch eigentlich erst lesenswert. Jeder Charakter ist so detailliert herausgearbeitet, dass man als Leser häufig selbst zweifelt. Dabei kennt man alle Seiten und dennoch versteht man die Beweggründe eines jeden Einzelnen. Ob es nun die pubertierende Tochter ist, die plötzlich eine Zukunft bei der abgehauenen Mutter sieht, ob es der Mittvierziger ist, der sich noch mal verliebt. Oder die Hausfrau, die aus ihrer Monotonie erwacht und feststellt, dass es nicht das ist, was sie wollte. Der Siebzigjährige der krampfhaft versucht noch mal Sexualität zu erleben, der gehörnte Freund, der verzweifelte Pantoffelheld – eines haben sie alle gemeinsam: den Wohnort und den Zwang der Gemeinschaft.

Ein lesenswertes Buch für alle, die mal wieder lachen wollen, für diejenigen die selbst „Dorferfahrung“ haben und natürlich für jeden Großstädter, der schon immer mal die Lebensweise außerhalb der Hochhäuser verstehen wollte.

A.C. Scharp
Gas und Galle
9,99 € (Taschenbuch) 



10/12/2016
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Schmerz lass nach! Mein verspannter Nacken und der P.Jentschura – Basischer Nacken- und Bronchienwickel

P.Jentschura Basischer WickelRückenschmerzen sind schon übel, aber ein ständig verspannter Nacken- und Schulterbereich ist die Krönung der körperlichen Auswüchse von Fehlhaltung und Stress. Leider muss auch ich mich zu den Nacken- und Sch
ulterverspannten Menschen zählen. Die Muskeln hart wie Stahl, Schmerzorgien bei Bewegung – ja, das kenne ich leider zu genüge. Meine Nackenmuskeln und ich ….. eine nicht enden wollende gestörte Beziehung. Nun, ich bin zwar ein treuer Mensch, aber in Bezug auf die Verspannung meiner Muskeln sehe ich die Sache mit der Treue etwas anders. Was habe ich nicht alles ausprobiert: Gel zur Entspannung (hilft temporär), Salben (unzählige!), heiße Bäder (ich finde baden im Allgemeinen aber etwas zu anstrengend), Yogaübungen (die mache ich sogar regelmäßig) und Wickel, Kirschkernkissen und Pflaster mit allerlei interessanten Substanzen. Alles hat zwar geholfen, aber eben nicht langfristig. Ich bin zur Massage gerannt, das hat meinen Geldbeutel ziemlich verspannt. Von den Hautreizungen durch Gel und Salben mag ich gar nicht erst anfangen ….. Tja, was nun?

P.Jentschura Basischer Wickel

Langfristig entspannte Muskeln zum mitnehmen, Bitte!

Auf der Suche nach einem langfristigen Erfolg ist mir der Basische Nacken- und Bronchienwickel von P.Jentschura untergekommen. Im Prinzip ist das ein Moltonstoffwickel mit Mullkissen. Klingt jetzt vielleicht für den ein oder anderen etwas suspekt. Das ist aber eigentlich nicht. Es ist auf Langfristigkeit angelegt und funktioniert rein natürlich. Die Haut leidet nicht und den Muskeln tut auch gut. Klingt erst einmal ein wenig viel Versprechen auf einmal, ist aber tatsächlich eine gute Sache. Vier Wochen habe ich dem Wickel gegeben und die Zeit hat er richtig gut genutzt.

P.Jentschura Basischer Wickel

Handgemacht, in Deutschland hergestellt und einfach

Der Nacken- und Bronchienwickel wird in einem schönen Karton geliefert, mit Zertifikat! Im Karton versteckt sich der unglaublich weiche „Hauptwickel“ aus Moltonstoff und zwei Mullkissen. Dazu gibt es ein Körperpflegesatz „Meine Base“. Was zunächst ein wenig altbacken anmutet, hat seinen Sinn. Eines der Mullkissen wird nun in einen halben Liter warmes Wasser mit einem gestrichenen Teelöffel Salz gelegt. Dabei ist es dem persönlichen Geschmack überlassen, ob das Mullkissen ganz durchfeuchtet oder nur auf der Oberfläche angefeuchtet wird. Ich bevorzuge die angefeuchtete Variante.

Sodann wird das feuchte Mullkissen mittels der kleinen Druckknöpfe am Wickel befestigt und dieser dann um den Nacken gelegt, mit Klettverschluss geschlossen und getragen. Vorzugsweise nachts und unter enger Kleidung. Dreht man den Wickel um, liegt er auf den Bronchien, was bei Erkältungen eine echte Wohltat ist.

Spürbar besser

Anfangs kam ich mir ein wenig doof vor mit diesem Wickel um den Hals. Aber was soll´s: Niemand sieht mich nachts und außerdem soll es den Muskeln helfen. Die ersten Nächte war es noch ungewohnt, aber die Wärme, die der Wickel entwickelt tut einfach gut. Zusehends konnte ich Verbesserungen meiner Verspannungen feststellen, langsam aber zielsicher. Bei der Massage habe ich nicht nur einmal gehört „Die Verspannungen sitzen so tief, da muss ich mehrmals ran“. Ja, das kann ich bestätigen. Ich wusste nicht mehr, wie es sich anfühlt wenn wirklich alle Muskeln entspannt sind. Was für ein herrliches Gefühl! Da ist mir doch total egal wie ich nachts aussehe!

Ein schöner Nebeneffekt: Durch das Salz wird die Haut noch gepflegt.

Die Verwendung der Salzlauge ist übrigens kein „Muss“. Es geht auch den Wickel umzulegen und zum Beispiel mit einem Kirschkernkissen zu erwärmen. Auch das habe ich ausprobiert, funktioniert gut 🙂

Der Trennungsprozess zu den verspannten Muskeln dauert zwar noch an, aber ich bin optimistisch bald keinen Gedanken mehr an Nacken- und Schulterverspannungen zu verschwenden. Ist das nicht ein toller Gedanke?



05/12/2016
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Theaterkritik: „Familiengeschäfte“ von Alan Ayckbourns

Ich war mal wieder zu Gast im Hans Otto Theater. Premiere war angesagt. Die Komödie „Familiengeschäfte“ von Alan Ayckbourns erfüllte mich mit einer gewissen Vorfreude, hatte ich sie doch schon einmal Anfang des Jahres in Bochum gesehen. Aber…….

Warum geht es da?

Jack Mc Cracken kommt aus der Tiefkühlbranche und übernimmt die Spitze der familieneigenen Möbelfirma. Er schwört die Sippschaft auf Unternehmensethik,Vertrauen und ehrliche Arbeit ein.

Guter Ansatz – nur leider halten seine Verwandten so gar nichts vor dieser Art der Unternehmensführung. Sie haben längst mafiöse Strukturen aufgebaut und möchten es sich auch weiterhin bequem einrichten.

Die Bühne ist also bereit für eine schwungvolle Komödie. Das Bühnenbild auf 2 Etagen erinnert an ein Puppenhaus mit 4 erkennbaren und 2 verborgenen Wohneinheiten und ist, für Hans Otto Theater Verhältnisse, mehr als üppig.

Turbulenter Beginn

Es beginnt turbulent mit einer Überraschungsparty, das ganze Ensemble ist auf der Bühne, bzw. die ganze Familie ist im Haus des neuen Firmenchefs versammelt, um selbigen in seiner neuen Position zu huldigen. Dieser kommt ahnungslos nach Hause, hat eher Beischlaf im Sinn, weiss nichts von seinen noch im Verborgenen befindlichen Gästen und blamiert sich deshalb mit seiner genial gespielten Brunft-Polka auf alle Zeiten.

Lacher im Publikum. So soll es sein. Und so bleibt es nicht. Viel Oberflächlichkeit, laute und laue Gags. Die Schauspieler sind top wie immer, bekommen aber wenig Gelegenheit ihren Charakteren Tiefe zu verleihen. Stattdessen gibt es nackte Italiener, Schüsse aus dem Gewehr, Blut, Sex and Crime. Hollywood in Potsdam?  Nein, eher RTL 2.

Premiere nicht ausverkauft

Das überraschenderweise nicht ausverkaufende Hans Otto Theater kann sich im zweiten Teil noch über ein Solo von Melanie Staub alias Harriet freuen, die als essgestörte, ungeliebte Ehefrau sich dem neuen Firmenchef Jack Mc Cracken anbietet, und zwar mit Händen und Füssen. Grossartig!  Alles andere bleibt laut und ersetzbar.

Wer sich zu den Weihnachtsfeiertagen in Potsdam aufhält und sich gern selbst überzeugen möchte, hat in diesem Jahr noch am 23. und 25.12., jeweils um 19.30 Uhr dazu Gelegenheit. Die Spielzeiten im neuen Jahr entnehmt bitte der Homepage des Hans Otto Theater.

03/12/2016
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Verführt zum Staunen, innehalten und zum Genießen – Das Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig

„Ist das Kunst oder kann das weg?“ – die leicht satirisch angehauchte Frage lässt Rückschlüsse auf das „Problem“ der Kunst zu: Kunst ist subjektiv. Sowohl in sich selbst, als auch in der Betrachtung. Der Besuch eines Museums als Verführung zur Kunst – für viele absolut undenkbar. Eingefleischte Museumsgänger werden hier vielleicht noch ein leichtes Augenzucken verspüren, absolute Neulinge werden kurz überlegen wie das wohl zusammenpasst?!

Herzog Anton Ulrich-Museum HAUM

#HAUM – Lass dich verführen

Sieben Jahre sollte es dauern bis das Herzog Anton Ulrich-Museum seine Türen den Kunstinteressierten dieser Welt wieder öffnet. Das im 19. Jahrhundert erbaute Museumsgebäude ist auch von außen ein hochherrschaftlicher Bau. Er passt zu Braunschweig, aber dazu habe ich euch einen extra Blogpost verfasst: Die Löwenstadt.Ein Besuch in …… Braunschweig!

Natürlich wirkt das Gebäude groß und natürlich vermutete ich eine ganze Menge Kunstwerke im Inneren. Aber die nackten Zahlen haben mich dann doch erstaunt: 4000 m2 Ausstellungsfläche (nur mal kurz zur Veranschaulichung: Das entspricht der Größe eines Fußballfeldes!), 4000 Kunstwerke aus 3000 Jahren Kunstgeschichte. Klingt gut, oder? Die ausgestellten Kunstwerke sind aber nur ein Bruchteil der Sammlung des Herzog Anton Ulrich-Museums, 190.000 Kunstwerke schlummern in den Depots und Werkstätten, um zukünftig präsentiert zu werden. Die Verführung beginnt also schon beim ersten Bissen!

Ich persönlich kann mich kaum als Kunstkennerin bezeichnen, ich verstehe nicht viel von der Welt der Kunst. Ich bin Kunst-„Konsument“, ich möchte berührt und verführt werden, ich möchte staunen. Viel Ansprüche an Kunst. Viel Ansprüche an das HAUM.

Beim ersten Bissen hin und weg

Schon im Erdgeschoss war ich gefangen. Der Raum zur Einführung in die Geschichte des Museums ist eine Rundreise durch das Bevorstehende. Ein interaktiver Tisch ermöglicht es nicht nur dabei, sondern auch mittendrin zu sein. Kunst zum an- und erfassen! Ebenfalls im Erdgeschoss befindet sich derzeit noch die Eröffnungspräsentation „Künstler! Druckgraphische Bildnisse aus sechs Jahrhunderten“.

Herzog Anton Ulrich-Museum HAUM

Der für mich erstaunlichste Bereich war das 1. Obergeschoss. Das Treppenhaus für sich ist schon ein Hingucker, die Verbundenheit der Etagen und die offene Architektur sorgen für ein Wohlfühlambiente. Die Gemäldegalerie ist offen gestaltet und erstaunt schon beim Eintreten. Farbige Wandbespannung, viel Licht und eine offene Gestaltung laden ein zum Verweilen und betrachten. Ich habe mich immer gefragt, warum Menschen in einem Museum auf Stühlen sitzen und Bilder anstarren. Das war für mich ein Mysterium. Aber bisher war ein Museum für mich auch eher ein Ort der Stille. Das HAUM ist nicht still, es ist eher ein Ort der Begegnung. Man kommt zwangsläufig mit den anderen Besuchern ins Gespräch, ich habe mich dabei ertappt, wie ich selbst mich auf eine der Bänke gesetzt habe und die Räume auf mich habe wirken lassen. Das ist also das Geheimnis. Simpel, aber faszinierend. Es geht nicht darum ein Gemälde anzusehen und sich weltbewegende Fragen zu stellen, es geht darum sich zu öffnen und die Kunst auf sich wirken zu lassen. Die Farbgestaltung der Wände, die Atmosphäre in den hellen Räumen – all das macht das HAUM sehenswert, auch für Museumsmuffel.

Was wollte der Künstler uns sagen?

Ein Künstler ist auch immer ein Botschafter. Manchmal in eigener Sache, häufig in Ereignissen seiner Zeit. So gibt es im Herzog Anton Ulrich-Museum einen Raum, in dem nur Selbstporträts der Künstler hängen. Sie reihen sich aneinander und wirken manchmal wie eine Wand voller Augen. Wer nun an Eitelkeit denkt, liegt daneben. Ein Selbstporträt war zu vergangenen Zeit die Visitenkarte des Künstlers. Was kann er? Wie arbeitet er? All das konnte anhand eines Selbstbildnisses erfasst werden.Insgeheim habe ich diesen Bereich den „Raum der tausend Augen“ getauft. Es scheint, als würden alle Augen einen durch den Raum verfolgen. Manche blicken einen direkt an und man fühlt sich einen kleinen Moment lang ertappt.

Herzog Anton Ulrich-Museum HAUM

Natürlich beherbergt das HAUM auch Klassiker. Rembrandts Familienbild, Vermeers Mädchen mit dem Weinglas, Rubens Judith mit dem Haupt des Holofernes oder Castelfrancos Selbstbildnis als David. 315 Werke warten darauf betrachtet zu werden. Viele von Ihnen sind bezaubernd, einige sind rätselhaft aber eines haben alle gemeinsam: Sie präsentieren sich jedem, egal ob mit oder ohne Kunstverstand.

Der Parcours der Jahrhunderte

Im 2. Obergeschoss steht alles unter dem Motto: Skulpturen und angewandte Kunst. Gleich im ersten Raum stand ich vor einer Sammlung von Möbelstücken, die ich überaus faszinierend fand. Ich bin ein Fan von echter Handwerkskunst, von filigran gearbeiteten Stücken mit Charakter. Hier kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wie viel Arbeit, Schweiß und Tränen wohl jedes Möbelstück in sich trägt? Konserviert für unsere Augen. Staunet und lernet!  Dieser Ausstellungsbereich ist als Parcours gestaltet, zunächst empfand ich das als etwas bieder, hatte ich doch noch den Eindruck der Gemäldeausstellung im Kopf. Aber der Weg durch die Sammlungen hat Sinn. Die Stücke reihen sich aneinander und erzählen gleichermaßen eine Geschichte. Der Alltag vergangener Zeiten präsentiert sich hier in vollster Pracht. Porzellan, filigran bemalt, Besteck, Emaille und Tuchware. Einflüsse aus dem ostasiatischen Raum, ethnologische Stücke und viele Kleinigkeiten mehr ergeben ein Gesamtbild. Es geht um Leben, die Frage wie man sich präsentiert, seinen Stand zum Vorschein bringt und mit welchem Schmuck man die eigenen Unzulänglichkeiten verbergen kann.

Herzog Anton Ulrich-Museum HAUM

Die Skulpturensammlung enthält Stücke aus der Antike, viel Mythen und Sagen und noch mehr Zeitgeist. Die Reise durch die Zeiten wird jäh unterbrochen, für manchen eine Bruchlandung. Der Raum der jungen Kunst eine harte Landung in der moderne. Hier geht es um Protest, um die Betrachtung eines Künstlers auf die Sammlung des HAUM, um Interpretation und um Ausdruck. Nicht jeder Besucher empfand diese Unterbrechung als „gut“, ich persönlich mochte diesen durchaus harten „cut“. Es erfrischt und es bietet eine weitere Perspektive auf „Kunst“.

Herzog Anton Ulrich-Museum HAUM

Eine kurze Affäre oder ewige Liebe

Hat das Herzog Anton Ulrich-Museum mich verführt? Ja!
Ist es nur eine kurze Affäre? Nein!

Ich werde wiederkommen. Schon allein, weil ich das Gefühl hatte nicht genug Zeit dort verbracht zu haben. Die Sammlung ist groß, sie bietet viele Facetten und genau das ist die Verführung. Ein Bissen und man möchte mehr. Mehr erfassen, mehr entdecken. Ich kann nur empfehlen das Herzog Anton Ulrich-Museum zu besuchen. Lasst euch ein auf ein Museum, was eigentlich so gar nicht den Vorurteilen entsprechen möchte. Lasst euch berühren, seid offen und entdeckt vielleicht sogar ein paar neue Seiten an euch.

Das Herzog Anton Ulrich-Museum findet ihr in der Museumsstr. 1, 38100 Braunschweig. Von Dienstag bis Sonntag von 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr könnt ihr Kunst erleben. Der Eintritt kostet für Erwachsene 9 €, ermäßigt 7 € und für Kinder 2 €. Es gibt die Möglichkeit Führungen zu buchen und natürlich auch Gruppenkarten.

Herzog Anton Ulrich-Museum HAUM

Die Blogger-Gruppe (c) Alex Wieloch, orangediamond.de

Und das schreiben die anderen Blogger über das #Haum:

27/11/2016
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Die Löwenstadt – Ein Besuch in …… Braunschweig! 

Ich bin gefühlte 1000 Mal in Braunschweig gewesen, habe aber nie einen Fuß in die Stadt gesetzt. Aus den mehr oder weniger bequemen Sitzen eines IC oder eines ICE habe ich von Braunschweig bisher genau genommen nur das blaue Schild am Bahnsteig und die Bahngleise gesehen. Mein Wissen (oder besser „Nicht“-Wissen) über die Löwenstadt beschränkte sich auf die geografische Lage (Niedersachsen), die Kenntnis, dass es einen Fußballklub gibt (Eintracht Braunschweig) und der antrainierten Erwartung „nächster Halt Hannover“. An dieser Stelle ist ein wenig Reue angebracht, die Stadt der kleinen Wege ist weitaus mehr als „nur“ ein Halt auf einer langen Reise.

braunschweig-domplatz

Charmant und kompakt

Braunschweig wird auch „Die Stadt der kleinen Wege“ genannt. Was mir zunächst suspekt war, erwies sich als absolut zutreffend. Die von einem Wasserring umgebene Innenstadt bietet an jeder Ecke etwas Neues. Dabei blicken die Braunschweiger auf eine über tausendjährige Geschichte zurück – nicht ohne eine Prise Stolz! Der Blick auf den Stadtplan eröffnet viele Möglichkeiten die Neugier zu stillen: Kirchen, Rathäuser, historische Bauten …… obwohl ich bei Städtetrips für gewöhnlich meinem Gefühl folge, rate ich in Sachen „Braunschweig erleben“ zu einer Stadtführung. Mit den Bloggern Alex von Orange Diamond, Anna von Braunschweigliebe, Eva von Burgdame, Leona von Leonas LaLaLand, Melanie von MSiemund und Ulrike von Zypresse unterwegs ging es auf 1,5-stündige Reise durch die Innenstadt. Start war die Touristeninformation in der Kleine Burg 14, norddeutsches Schietwetter über den Köpfen, Humor im Herzen, eine überaus kompetente Führerin  – eine tolle Kombination!

loewen-braunschweig

Das Rätsel um die in der Stadt omnipräsenten Löwen war schnell gelöst: 1142 ging das Herzogtum Sachsen und damit auch die Stadt Braunschweig an Heinrich den Löwen. Er wählte den Löwen zu seinem Wappentier, unter seiner Herrschaft entwickelte sich Braunschweig zu einem florierenden Handelsplatz und damit einhergehend zu einer mächtigen Stadt. Den Reichtum eben jener Zeit gibt es auch heute noch zu bestaunen, so ließ Heinrich die Burg Dankwarderode (übrigens mit Fußbodenheizung!) erweitern, den Braunschweiger Dom errichten und den bronzenen Löwen auf dem Burgplatz aufstellen. Das Wappentier der Stadt ist überall zu finden: auf Kanaldeckeln, als Säulen für Bänke, als Zeichnungen an den Fassaden. Wer nun vor der größten, frei stehenden Großplastik nördlich der Alpen steht, wird sicherlich das ein oder andere Mal genauer hinschauen. Der Löwe hat Züge eines Bären! Kein Wunder: Zu jener Zeit hatten die Menschen noch nie einen Löwen gesehen, der einzige Anhaltspunkt war ein Trinkbecher mit einem Löwenkopf.

burg-dankwarderode

Historie trifft Moderne

Auch Braunschweig blieb vom Krieg nicht verschont, man sieht es nur nicht mehr. Burg Dankwarderode wurde völlig neu, aber nach altem Vorbild, errichtet. Wer vor der „Bildzeitung Braunschweigs“ steht, mag es kaum glauben: Die Fassade und der Dachstuhl des Huneborstelschen Hauses sind Original und wurden vom Sack zum Burgplatz versetzt. Auch zeugen Kanonenkugeln in der Mauer vom Dom St. Blasii von kleineren Auseinandersetzungen: Braunschweig war zu früheren Zeiten in mehrere Weichbilder aufgeteilt, die natürlich standesgemäß jeweils ihre eigene Kirche und ein eigenes Rathaus hatten. Nun, in diesem Fall hat sich der Wunsch nach territorialer Ausbreitung in Form einer Kanonenkugel manifestiert.

braunschweig-gewandhaus braunschweig-innenstadt braunschweig-rathaus

Gleich um die Ecke gibt es die Spuren einer Sage zu bestaunen: So soll doch der Löwe Heinrichs nach dessen Tod verzweifelt versucht haben in den Dom zu seinem toten Herrchen zu kommen. Die Kratzspuren an der Tür als Zeuge dieser Verbundenheit, das hat einen Hauch Romantik. Einen kleinen Augenblick weiter gilt es den Kontrast zwischen Moderne und Historie zu erahnen. Das Residenzschloss ist genau genommen eine Mogelpackung, aber eine durchaus ansehnliche. 1960 der Abriss, 2006 die Wiederauferstehung mit 600 Originalteilen. Ein modernes Einkaufszentrum platziert sich gekonnt neben der Stadtbibliothek, dem Stadtarchiv und dem Schlossmuseum. Und oben thront die Quadriga. Berliner werden nun sicher lächeln, leider muss ich an dieser Stelle den dezenten Hinweis geben, dass die Quadriga in Braunschweig die größte Europas ist. Das Ensemble ist für mich ein Sinnbild Braunschweigs: den historischen Rucksack stets dabei, aber immer am Puls der Zeit.

Schlendern, staunen und verweilen

Im Magniviertel sollte Zeit kein nennenswerter Faktor sein. Hier reihen sich inhabergeführte Geschäfte aneinander und führen durch schmale Gassen in neue Welten. Staunen, probieren und erfassen stehen hier an oberster Stelle. Irgendwann landet man automatisch am Kohlmarkt, hier schlägt das Herz beim Anblick der vielen Cafés gleich höher und wer genau hinschaut, der wird das Till Eulenspiegel-Glockenspiel bestaunen können. Zeugen des Konsums der alten Schule sind das Gewandhaus und das alte Zoll- und Landwehrhaus. Wobei Letzteres eigentlich ein „Zugezogenes“ ist, denn es stand bis 1950 eigentlich nicht dort.  Ihr seht, selbst Gebäude zieht es nach Braunschweig und das will etwas heißen! Verweilen kann und darf man in einem (und natürlich auch mehreren) Museen Braunschweigs. Eine ungewöhnlich hohe Dichte an Museen erlaubt für jeden Geschmack, jedes Interesse das Passende zu finden. Ich persönlich war fasziniert vom Herzog Anton-Ulrich Museum.

braunschweig Braunschweig

Braunschweig, du Perle Niedersachsens! Dein Bahnhof ist nicht der schönste der Welt, aber selbst bei Schietwetter erwärmst du das Gemüt. Als Potsdamerin bin ich Historisches durchaus gewohnt, aber die Löwenstadt …… hat einen ganz eigenen, historischen Charme. Wer jetzt zur Weihnachtszeit eine passende Stadt für einen Kurztrip sucht, dem lege ich Braunschweig ans Herz. 1505 fand der erste Weihnachtsmarkt auf dem Altstadtmarkt statt und seit 60 Jahren befindet er sich auf dem Burgplatz, gut 150 Marktstände laden bei stimmungsvollem Licht ein die Adventszeit zu begehen. Da bietet sich doch ein Trip nach Braunschweig an, oder?

Braunschweig Bloggerreise

Die Blogger-Truppe bei der humorvollen Stadtführung!

Das schreiben die anderen Bloggerinnen über die Löwenstadt Braunschweig:

 

25/11/2016
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Deutschland: Was tun mit 20 Millionen Singles?

Ist es die neue Einsamkeit oder die neue Vielfalt / Wenn Singlebörsen das Tanzkaffee entern 

Heute werden mehr Partner denn je gesucht – und vor allem auch gefunden. Na klar, das Internet ist Schuld. Schuld? Oder ist es viel mehr eine neue Qualität auf der Suche nach der großen oder kleinen Liebe? Nicht ohne Grund sprießen seit Jahren kostenpflichtige Kontaktbörsen wie Pilze aus dem Boden. Und sie haben Erfolg.

Wer heute auf der Suche nach Zwischenmenschlichkeit ist bedient sich im Regelfall nicht mehr antiquierten Zeitungsanzeigen oder dem in die Jahre gekommenen Tanztee, denn die beinahe unzähligen Singlebörsen versprechen beinahe unzähligen Erfolg. Sie sind immer häufiger zielgruppenspezifisch, auf Wunsch anonym und machen aus jedem Suchenden auch schon mal den virtuellen Superheld. Das Ego ist gestreichelt, die Illusion perfekt. Und dann?

Ich weiß aus zahlreichen Gesprächen, dass z.B. bei uns in Potsdam (Nähe Berlin, wichtig!) so ein Internet-Flirt schon beinahe so direkt wie ein Telefongespräch ist, weniger peinlich als eine Abfuhr an der Theke und vor allem von beiden Seiten gewollt. Das geht sehr fix und führt immer zu irgendetwas, je nach dem, wozu sich die Probanden verabredet haben. Das kann Fluch oder Segen sein.

Ein Blick auf die vielfältige Community zeigt deutlich, dass Selbstbeschränkungen der Suchenden, vor allem aber genau strukturierte Angebote  der Singlebörsen etwaige Flops oder gar Langzeitfrust vermeiden können, denn merke: Wer das eine will muss das andere mögen! Wichtig ist es deshalb von Beginn an den richtigen virtuellen Weg zu finden.

Na klar – Die Geschwindigkeit und die Direktheit überspringen Wochen und passen in den urbanen Lebensstil vieler Gross-Städter. Und auch die ländliche Bevölkerung erfreut sich an der neuen virtuellen Kommunikation. „Bauer sucht Frau“ gibt es nicht nur im Fernsehen, sondern jeden Abend live vor dem PC im eigenen Wohnzimmer.

Zwischen 20 und 50 Euro kostet das Brunftvergnügen monatlich.  Natürlich gibt es auch kostenlose Singlebörsen. Dort wartet man dann allerdings vergeblich auf effektive Sicherheitsreglungen. Die Finanzierung solcher Seiten Erfolg ausschließlich via Werbung, und das sieht man leider auch. Aber gut, für „das erste Mal“ sicher ausreichend. Alle Portale bieten übrigens die Möglichkeit zum kostenlosen Ausprobieren. Durchblick im Dschungel der täglich mehr werdenden Singlebörsen geben eigens dafür kreierte Internet-Portale. Aktueller Testsieger in diesem Segment ist der Betreiber „Netzsieger“ ( passender Name, grins), hier werden alle Anbieter und vor allem deren Zielgruppen und Schwerpunkte ziemlich genau vorgestellt. Übrigens, die größten Anbieter dieser Zunft können auf über zwei Millionen Nutzer in Deutschland verweisen. Das sorgt für ein riesiges Angebot an Mensch.

Und genau hier komme ich in den Zwiespalt meiner Beurteilung. Wird der Mensch zur Ware? Oder noch schlimmer: Lässt sich der Mensch bewusst auf Ware reduzieren? Ja liebe Leser, ich weiß, so philosophisch betrachtet interessiert das keine fünf Prozent. Also für die anderen 95 Prozent: Na klar passen Singlebörsen in unsere schnelllebige Welt. Wer authentisch ans Werk geht, sich nicht automatisch 100 % sorglos fühlt – wer nicht die milchgebende Wollsau sucht, dem wird mit großer Wahrscheinlichkeit ein Erfolgserlebnis beschert. Und zwar genau das, was er gesucht hat. Bewusst oder unbewusst.

12/11/2016
nach Uwe
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Neue Besen kehren gut! Neue Staubsauger saugen gut?

Ja!!!! Diese Frage kann ich vorab schon einmal beantworten. Dieser neue Staubsauger, der AEG Handstaubsauger CX7-45ANI, saugt sehr gut. Und wir sind in Sachen „Staubsauger“ ganz sicher keine Laufkundschaft, denn bislang war Dyson unserer jahrelanger Favorit in Sachen Hausreinigung. Warum das nun anders ist, erkläre ich Euch in den folgenden Zeilen.

AEG CX7-45 ANI

AEG CX7-45 ANI

Produkte, die wir tatsächlich qualitativ wahrnehmen und nicht nur hirnlos benutzen bis zum Ende, zu diesen Produkten bauen wir so eine Art persönliche Beziehung auf. Manche bekommen sogar einen Namen. Bei den Staubsaugern in unserem Haus ist das auch so. Unser alter Dyson „R2D2“ weicht mit dem heutigen Tag seinem klangvollen Nachfolger „C3PO“, in der Öffentlichkeit allerdings bekannter als AEG Handstaubsauger CX7-45ANI. Für Star Wars Fans ist aber an dieser Stelle alles gesagt.

Kabellos saugen war schon immer mein Wunsch. das geht mit dem AEG natürlich, ca. 40 Minuten soll die Akku-Laufzeit betragen. Das kann ich an dieser Stelle deshalb nicht bestätigen ,weil wir einerseits keine 12 Zimmer Villa haben, und andererseits der AEG Handstaubsauger CX7-45ANI dermassen gründlich zur Sache geht, dass wir soviel Zeit einfach nicht brauchen. Laut Hersteller soll die Ladezeit ca drei Stunden betragen. Gut, gut, wir werden das sicher irgendwann mal erleben und dann darüber berichten, sollten sich erhebliche Abweichung ergeben.

LED Licht zur Schmutz Erkennung

Schön bei dieser Turboreinigung ist auch, dass am großen Bürstenkopf ein paar LED Leuchten angebracht sind, ähnlich wie beim zugelassenen Tag-Licht für Autos, die auch in dunklen Ecken, unter Sofas und dergleichen für Durchblick sorgen. Besonders praktisch: Man kann das Licht im 180 Grad Winkel in alle Richtungen frei bewegen. Krümmel und andere knirschende Störenfriede werden somit erkannt und sofort gebannt. Das macht Laune, denn es ist effizient. C3PO sammelt Pluspunkte. Dazu funktioniert er auch noch blendend als Handsauger. Das ist enorm praktisch bei Tischen, Stühlen und Sofas und vor allem: Im Auto. Bei all dem bleibt immer wieder die Erkenntnis: „Der Gerät funktioniert!“ Ecken, Winkel und Kanten werden mühelos von Staub und Dreck befreit.

„Leicht“, meint Jessy, als ich sie nach dem Umgang mit unserem neuen Staubsauger befrage. Und da wir aus der Dyson Welt kommt drängt sich natürlich die Frage auf: „Wie wird der AEG Handstaubsauger CX7-45ANI gereinigt bzw. entleert?“ Nun, das ist erfreulicherweise denkbar simpel:

Keine Beutel – simple Reinigung

Um den Staubbehälter zu leeren, nimmt man einfach den Handsauger aus dem AEG CX7-45 ANI Akkusauger heraus und löst dann mit einem Knopf die Arretierung des Staubbehälters. Anschließend zieht man den Filter aus dem Behälter und schwups: Schon lässt sich den Inhalt des Staubbehälters entleeren. Fertig! Das funktioniert genauso einfach wie es klingt.

AEG CX7-45 ANI

Insgesamt ist dieses Prinzip des 2 in 1 Staubsaugers ziemlich praktisch, vor allem, weil man zudem auf lästige Kabel verzichten kann. Man ist schneller vor Ort um noch schneller schon wieder weg zu sein. Das gefällt. Die Saugkraft ist ordentlich für unsere Bedürfnisse, Die Ladestation passt optisch zum Thema „Fortschritt“ (man kann sie auch an die Wand hängen). Alle Funktionen sind, ähnlich wie Apple Produkten, selbst erklärend.

Also kommen wir deshalb zu dem Ergebnis, welches nun vermutlich wirklich keinen mehr überrascht: Life-Style-Check bestanden und welcome C3PO in unserem Leben. Nachfolgend noch die technischen Daten des Reinigungs-Schmackerls.

Der AEG CX7-45 ANI im Überblick:

Motorbetriebene Bodendüse mit Doppelgelenk und LED Frontlicht
Filterschnellreinigungsfunktion
Farbe: Satin White
Gewicht: 2,79 kg
Max. Akku-Laufzeit (Minuten): 45
Akkutyp: Li-ion
Max.Akku-Ladezeit (Stunden): 4
Farbe Staubbehälter: Onyx shade
Staubbehältervolumen (Liter): 0.5
Freistehende Parkfunktion: ja
Elektrosaugbürste: ja
Flexible 2in1-Funktion
180° EasySteer™ Manövrierbarkeit
BRUSHROLLCLEAN™ Technologie
2 Leistungsstufen
Ladestation mit integriertem Zubehör
freistehend oder zur Wandmontage
Filterschnellreinigungsfunktion
UVP: EUR 349,95

Lieferumfang des AEG CX7-45 ANI Akkusaugers:

1 x AEG CX7-45 ANI Akkusauger inkl. Handsauger
1 x Ladestation mit integriertem Zubehör
1 x Elektrosang bürste für den Handstaubsauger zur effizienten Aufnahme von Tierhaaren auf
textilen Oberflächen

05/11/2016
nach Jessy
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…. es fühlt sich nicht an wie Make-Up – REFLECTIVES ® Mineral Make-Up

Es gibt zwei Dinge, die mich schon seit einiger Zeit beschäftigen: Die Umstellung meiner genutzten Kosmetikprodukte auf Naturkosmetik und die Suche nach einem Make-Up was meinem Gesicht gut tut, gut aussieht und hält, was es verspricht. Einige Male dachte ich bereits am Ende meiner Suche zu sein, zumindest was das Make-Up betrifft. Ich wurde allerdings jedes Mal eines besseren belehrt. Bis jetzt. REFLECTIVES ® Mineral Make-Up übertrifft meine Ansprüche:

  • Es ist Naturkosmetik
  • Es fühlt sich nicht an wie Make-Up
  • Es hält den ganzen Tag
REFLECTIVES - Mineral Make-up

REFLECTIVES – Mineral Make-up

Ansprüche an ein Make-Up

Aber beginnen wir am Anfang. Meine Haut ist hell und leicht rötlich, dieser rötliche Unterton wird auf den Wangen noch intensiver (ein Grund, warum ich auf Rouge verzichte). Natürlich hegt sich bei dieser Konstellation schnell der Wunsch nach ein wenig Deckkraft. Das für sich wäre ja nicht schwer, wenn da nicht die Haut wäre …… sie neigt zum leichten fetten, ist aber gleichzeitig gerne mal trocken. Mein Anspruch an ein Make-Up war deshalb auch entsprechend hoch: Decken muss es, die Poren sollten aber dennoch atmen können und meine Haut muss es mögen. Was bietet sich also an? Natürlich Naturkosmetik. REFLECTIVES  ® hat ein Puder-Make-Up im Programm, was zunächst rein optisch mein Interesse geweckt hat. Die kleine gläserne Dose ist schlicht, aber hübsch. Ich als passioniertes Verpackungsopfer war hier natürlich sofort angesprochen 🙂

Was zählt ist der Effekt

Es ist wie immer im Leben: Die inneren Werte zählen. Und hier bin ich überzeugt! Der Basisstoff für das Puder-Make-Up ist Titanium Dioxide. Was sich zunächst anhört wie ein Verschnitt aus Super- und Ironman-Material ist mineralischen Ursprungs und wasserunlöslich. Es kann Licht hervorragend reflektieren und es wird von der Haut nicht aufgenommen. Als wäre dies nicht schon genug, ist es auch noch ein naturbelassenes Sonnenschutzmittel. Alles in allem Naturkosmetik wie aus dem Buche.

REFLECTIVES - Mineral Make-up

REFLECTIVES – Mineral Make-up

Das Puder als solches ist durch einen Sieb geschützt und wird daher nur in kleinen Portionen sichtbar. Die Konsistenz ist ….. pudrig! Sehr leicht, sehr fein. Ein Geruch ist nicht feststellbar. Kein Wunder: Mineralöle, Paraffin, Silikon, Alkohol und Parfüme sucht man vergebens in den INCI.

REFLECTIVES - Mineral Make-up

REFLECTIVES – Mineral Make-up

Der Auftrag ist einfach: Pinsel und los geht es. Ich habe zum Kabuki von REFLECTIVES  ® direkt gegriffen, er ist wohl für den Auftrag optimiert. Es lässt sich gut abpudern und legt sich leicht auf die Haut. Das Ergebnis ist ein ebenmäßiger Teint, gute Abdeckung der rötlichen Stellen und ein angenehmes Hautgefühl. Ich hatte nicht den Eindruck tatsächlich Make-Up zu tragen! Nachpudern war an normalen Tagen nicht nötig, was sicherlich auch an der wasserunlöslichkeit und der fehlenden Aufnahme durch die Haut liegt. Kurzum: Ich bin glücklich mit genau diesem Make-Up! Der Hersteller verspricht eine 4-5 monatige Nutzung bei täglicher Anwendung. 6 Gramm sind in der Dose, und obwohl ich anfangs skeptisch war, glaube ich inzwischen auch an diesen Zeitraum. Ich nutze das Puder nun seit vier Wochen jeden Tag und habe nicht das Gefühl es würde weniger werden.

REFLECTIVES  ® Mineral Make-Up ist erhältlich bei http://ajusema.de und kostet 39,89 € für 6 gr. Der dazu passende Pinsel ist ebenfalls bei Ajusema erhältlich.

Wie sind eure Erfahrungen mit Make-Up aus dem Naturkosmetik Bereich? 



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